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Die Strangpressplatte

High-Tech-Werkstoff für die moderne Innentür

Sauerländer Spanplatten GmbH & Co. KG

"Wenn die Strangpressplatte heute neu erfunden würde, bekäme sie sicher einen Umweltpreis". Denn als das Wort "Recycling" noch niemand kannte, wurde im Sauerland bereits 1951 mit der Herstellung von Spanplatten auf gerade dieser Versorgungsbasis begonnen. "Holzabfälle" hieß damals das Schlagwort - heute sind daraus wichtige Rohstoffe geworden.

Diese Entwicklung erahnte bereits vor rund 60 Jahren Otto Kreibaum aus Lauenstein (OKAL), der Erfinder der Strangpress-Technologie. Denn sein 1949 entwickeltes und weltweit patentiertes Strangpressverfahren ermöglichte die Verwertung von "Holzabfällen" zu einem neuen, hochwertigen Produkt.

Die 1951 in Arnsberg gegründete "Sauerländer Spanplatten GmbH" erwarb im gleichen Jahr die erste Lizenz von OKAL und begann mit der Produktion stranggepresster Röhren- und Vollspanplatten "Made in Germany".

Das Strangpressverfahren

Die Grundzüge dieses Verfahrens haben sich bis heute nicht geändert. Aus technischen Gründen ließen sich preiswerte Resthölzer zunächst nur mit der Strangpressmethode verarbeiten, nicht aber mit anderen Herstellverfahren in der Spanplattenindustrie. Dieser Vorteil ermöglichte dem Strangpressverfahren die besonders wirtschaftliche Herstellung von Plattenwerkstoffen in den 1950er und 1960er Jahren für die Möbelindustrie.

Die zerkleinerten, getrockneten und beleimten Späne fallen durch einen Einfallkanal unter den Kolben zwischen die Heizplatten. (1)

Der über Exzenter angetriebene Kolben komprimiert die Späne und schiebt den Plattenstrang vor. (2)

Die Dichte der Platte wird durch den Gleitwiderstand im Presskanal definiert. Unter Druck und Hitze härten die beleimten Späne aus.

Der endlose Plattenstrang verlässt senkrecht die Pressen, wird über Gleitbahnen zu Ablängsägen geführt, auf die gewünschten Formate geschnitten und schließlich gestapelt. Nach mehrtägiger Reifezeit ist die SAUERLAND Spanplatte versandbereit.
Mit Beginn der 1970er Jahre spezialisierte sich das Unternehmen jedoch auf die gezielte Entwicklung und Vermarktung seiner Produkte für die Türenindustrie. Die zunehmende Nachfrage führte 1991 zum Kauf des Spanplattenwerkes in Gotha. Beide Werke beschäftigen heute 310 Mitarbeiter.

Die Produktion


Werk Arnsberg
Ende der 1950er Jahre gab es 26 Betriebe, die 200.000 cbm Strangpressplatten jährlich herstellten; heute produziert die SAUERLAND Spanplatte fast die dreifache Menge - auf 35 Pressen rund 600.000 cbm an beiden Standorten.


Werk Gotha
Es werden ausschließlich naturbelassene Sägewerksresthölzer verwendet. Diese werden zur Aufbereitung für den Produktionsprozess zunächst gehackt, im Zerspaner zerkleinert und dann im Drehtrommeltrockner getrocknet. Die Abgasreinigung wird in Arnsberg mit thermischer Nachverbrennung, in Gotha mit einem Nass-Elektro-Filter durchgeführt. Anschließend erfolgt die Beleimung der Späne und die Zuführung zu den Pressen.

Rund 1,3 Mio. Raummeter Nadelholz werden jährlich in beiden Werken auf diese Weise verarbeitet. Auch die Verantwortung für Natur und Umwelt kommt nicht zu kurz: Das benötigte Holz wird überwiegend von ansässigen Sauerländer und Thüringer Sägewerken geliefert. Darüber hinaus ist das Unternehmen seit 2003 nach dem PEFC-System zertifiziert, d.h. die eingesetzten Holzrohstoffe stammen aus zertifizierter und nachhaltiger Waldbewirtschaftung.

Das Produkt

Das Strangpress-Verfahren ist das erste kontinuierliche und das einzige Verfahren zur Herstellung von Röhrenspanplatten. Die Späne stehen überwiegend senkrecht zur Plattenoberfläche und der Aufbau ist homogen, d.h. es herrscht die gleiche Dichte über dem gesamten Plattenquerschnitt.

Die Struktur der "stehenden Späne" führt zu anderen Platteneigenschaften als bei der flachgepressten Spanplatte (FPY) und bietet damit folgende Vorteile: Hohe Druckfestigkeit, hohe Dickengenauigkeit, große Biegeweichheit, günstiges Klimaverhalten und günstiges Abbrandverhalten der fertigen Tür im Feuertest.

Die Röhrenspanplatte als Klassiker unter den Türeinlagen ist die optimale Lösung für Türen mit gehobenem Standard. Aufgrund der extrem geringen Dickenquellung und des niedrigen Gewichtes ist es nur mit Röhren-Einlagen möglich, leichte und formstabile Innentüren mit höchster Oberflächenqualität zu produzieren.

Einer Brückenkonstruktion nachempfunden schafft die Röhren-Einlage die ideale Kombination von Leichtigkeit und Stabilität.

Die Gewichtsersparnis der Röhren-Einlage beträgt gegenüber vergleichbaren Vollplatten bis zu 60%. Dies beweist auf beeindruckende Weise, dass hochwertige Türen nicht schwer sein müssen.

Die Röhren- und Vollspan-Einlagen haben eine für Holzwerkstoffe extrem niedrige Dickenquellung. Dadurch eignen sie sich besonders für Türen mit empfindlichen Oberflächen.

Die spezielle Ausrichtung der Späne führt zu höchster Druckfestigkeit: Damit widerstehen Türen mit Röhren-Einlagen auch härtesten Stößen - und das bei maximalem Röhrendurchmesser mit dünnen Stegen.

Komponenten für die Türenindustrie

Im Laufe der Zeit sind die technischen und ästhetischen Ansprüche an die moderne Innentür ständig gestiegen. Daher liefert die SAUERLAND Spanplatte inzwischen komplette Systemlösungen mit vielen Spezialprodukten: Vollflächige Einlagenvarianten, verschiedenste Zuschnitte, Röhren-Streifen für vollautomatische Lege-Anlagen und Rahmenverstärker.

Darüber hinaus sind auch mehrschichtige Einlagen für hohe Schalldämmung (einlagig bis 32 dB, mehrlagig bis 40 dB) im Programm. Eine Kombination mit anderen Materialien, z.B. mit Kork, liefert Ergebnisse bis 42 dB. Speziell für Feuerschutztüren über 60 min wurden mehrschichtige Aufbauten entwickelt.

Eine weitere Besonderheit sind gefräste Einlagen mit jedem vom Kunden gewünschten Profil für Türen mit profilierten Deckplatten.

Die technischen Eigenschaften der SAUERLAND Spanplatte bieten somit für jede Anforderung die richtige Lösung und erfüllen alle Erfordernisse der modernen Türenfertigung. Damit hat sich die Strangpressplatte zu einem Nischenprodukt für Spezialanwendungen, ja sogar zu einem High-Tech-Produkt entwickelt.

Forschung und Entwicklung

Das hauseigene SERVICE CENTER in Gotha bietet den Kunden die Möglichkeit, alle wesentlichen technischen Eigenschaften von Türen zu testen: Von Schall-, Feuer- und Klimatests bis hin zu mechanischen Prüfungen - alles an einem Ort.

Neben der Prüfung von neuen Produkten und Konstruktionen sowie der Kontrolle der Serienfertigung dienen die Tests - in enger Zusammenarbeit mit den Kunden - insbesondere als Check vor offiziellen Prüfungen. Damit besteht keine Konkurrenz zu den Prüfinstituten.

Ausblick

Die stranggepresste Röhren- und Vollspanplatte hat in der modernen Tür einen festen Platz. Als flächige Türeinlage erfüllt sie die Erfordernisse, die im Wohnungs- und im Objektbau an Türen im Bezug auf Schallschutz, Feuerwiderstand, Einbruchsicherheit und Formstabilität im Differenzklima gestellt werden.

Gerade bei Türkonstruktionen kommen die technologischen Vorteile aufgrund der besonderen Eigenschaften voll zur Geltung. Dennoch muss gemeinsam mit den Kunden weiterhin entwickelt und geforscht werden, um die steigenden Anforderungen der Türenindustrie auch zukünftig zu erfüllen.

Gleichermaßen wichtig sind die Erschließung und der Ausbau von Märkten außerhalb Deutschlands. Lieferte das Unternehmen in den 1950er Jahren kaum über die Grenzen Westfalens hinaus, hat der Export gerade in den letzten Jahren stark an Bedeutung gewonnen. Die Belieferung erfolgt heute in mittlerweile 57 Länder bei einem Exportanteil von 60% des Umsatzes. Damit sind die "Sauerländer Spanplatten GmbH & Co. KG" und die "Spanplattenwerk Gotha GmbH" die weltweit größten Hersteller dieses Produktes.

Sauerländer Spanplatten GmbH & Co. KG

Logo der Sauerland Spanplatte
    
Gründungs-
jahr
 1951

Anschrift

Zur Schefferei 12
59821 Arnsberg

Mitarbeiter

 310 Telefon 02931 876-0

Umsatz

80 Mio. €

Telefax

02931 876-118

Ansprech-
partner 

Aribert Topp

E-Mail

info@sauerland-spanplatte.de

   

Internet

www.sauerland-spanplatte.de