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Strom und Wärme vom Leuchtturm

Biomass Energiesysteme GmbH & Co. KG

Foto der Anlage in Arnsberg
Holz einfach nur zu verbrennen käme Thomas Wienands nicht in den Sinn: "Wenn Holz verbrennt, gehen 85 Prozent der Materie in Gas über und damit in Energie, die bislang ungenutzt blieb", erläutert der Geschäftsführer der Biomass Energiesysteme. Seine im Arnsberger Stadtteil Wildshausen gebaute Anlage zur Holzvergasung nutzt diese physikalische Tatsache um nicht nur Wärme sondern auch Strom zu erzeugen. Die Anlage erzeugt eine elektrische Leistung von 270 Kilowatt (kW) sowie eine Wärmeleistung von 410 kW. Eine Energiemenge, die ausreicht, um das ganze Jahr rund 500 Haushalte mit Strom und 200 Haushalt mit Wärme zu versorgen. Alternativ kann die erzeugte Wärme auch zur kostengünstigen Beheizung von größeren Objekten wie zum Beispiel Schulen, Schwimmbädern oder Kliniken eingesetzt werden. Damit können Städte und Gemeinden kräftig bei den Energiekosten sparen und gleichzeitig Klimaschutz betreiben.
Schema der Holzvergasung
Politiker bezeichnen Vorzeigeprojekte wie das in Wildshausen, gerne als Leuchtturm - und damit liegen sie hier gar nicht so falsch. Den ein Leuchtturm war das erste Gebäude das 1791 Holzgas zur Beleuchtung nutzte. Vorangegangen waren Studien des französischen Ingenieur Philipp Lebon über "Das Gas, das beim Erwärmen von Holz entsteht". Das Prinzip der Holzvergasung ist also mehr als zwei Jahrhunderte alt. Doch bisher war es noch nicht gelungen eine reibungslos funktionierende Holzvergasungsanlage zu bauen, die auch noch umweltfreundlich ist. Das größte Problem bisher: Die von anderen Herstellern errichteten Holzvergaser produzierten einen viel zu hohen Teergehalt im Gas. Eine Substanz, die nicht nur die Umwelt schädigt sondern auch Gasmotoren und -turbinen den Garaus macht. In der Sauerländer Anlage des Dortmunder Unternehmen Biomass Energiesysteme ist das Problem gelöst. Das Holzgas wird in einem Spezialverfahren mit Keramikfiltern gereinigt und ist danach universell einsetzbar.
Hackschnitzel
Gespeist wird die 1,5 Mio. Euro teure Anlage aus Restholz, das bei Forstarbeiten massenhaft anfällt. Die daraus geschnittenen Holzchips werden getrocknet und dann auf einem Rost bei 700 Grad Celsius verbrannt. Die erzeugte Wärme treibt unter geregelter Sauerstoffzugabe das Holzgas aus, das in einem Blockheizkraftwerk für die Erzeugung von Strom und Wärme eingesetzt wird. Thomas Wienands: "Für unsere Anlage brauchen wir rund 1.800 Tonnen Waldholz im Jahr. Dafür ist Arnsberg ein idealer Standort." Sein Unternehmen betreibt die Anlage gemeinsam mit den Stadtwerken Düsseldorf, die u.a. auch bei der Finanzierung neuer Anlagen behilflich sind. Das Know How dieser neuen Technologie wurde in Großbritannien von der Biomass engineering Ltd. entwickelt und zur Marktreife gebracht. Das Team des deutschen Unternehmens besteht aus erfahrenen Ingenieuren, Logistikern, Betriebswirtschaftlern und Finanzkaufleuten die im Auftrag ihrer Kunden neue Anlagen planen, bauen, in Betrieb nehmen und kontinuierlich Warten. Für ihre Kunden ist dies kein schlechtes Geschäft. Alleine der erzeugte Strom wird dank diverser Boni im Erneuerbare-Energien-Gesetz mit rund 20 Eurocent je Kilowattstunde vergütet. Bei einer optimalen Anlagennutzung und einer möglichst großen Wärmenutzung errechnet sich nach voller Finanzierung und der Volltilgung der Investition über 10 Jahre ein positiver Betriebserfolg. "Das motiviert viele Interessenten in waldreichen Gebieten, eine eigene Stromerzeugung zu starten", sagt Thomas Wienands. So könnten durch diese neue Vergasertechnologie vielen neue "Leuchttürme" entstehen, die nicht nur Strom und Wärme liefern sondern einen Beitrag leisten zum Aufbau einer dezentralen Energieversorgung in Deutschland.

Biomass Energiesysteme GmbH & Co. KG

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44287 Dortmund

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